Berlin und Leipzig: Stabile Mietmärkte, längere Vermarktungszeiten im Neubau

In Berlin bewegen sich die Kaufpreise im Bestand aktuell bei durchschnittlich 5.541 Euro pro Quadratmeter, während Neubauwohnungen im Schnitt 8.569 Euro pro Quadratmeter erreichen. Besonders auffällig ist die Entwicklung der Vermarktungsdauer im Neubau: Während Bestandswohnungen nach durchschnittlich 66 Tagen vermittelt werden, benötigen Neubauwohnungen inzwischen 191 Tage. Im April lag die Angebotsdauer hier noch bei 128 Tagen. Im Mietsegment bleibt die Nachfrage hoch. Bestandswohnungen werden durchschnittlich für 17,90 Euro pro Quadratmeter angeboten und sind nach rund 13 Tagen wieder vom Markt.
Leipzig bleibt weiterhin die günstigste der betrachteten Metropolen. Bestandswohnungen kosten durchschnittlich 3.118 Euro pro Quadratmeter, Neubauwohnungen 5.617 Euro pro Quadratmeter. Gleichzeitig verlängert sich die Vermarktungsdauer im Neubau deutlich von 120 Tagen im April auf 157 Tage im Mai. Im Mietsegment zeigt sich hingegen ein stabiles Bild: Bestandswohnungen werden für durchschnittlich 10,33 Euro pro Quadratmeter angeboten und nach rund 15 Tagen vermittelt.
Die Entwicklung in beiden Städten zeigt, dass sich die Nachfrage im Neubausegment aktuell deutlich zurückhaltender entwickelt als noch im Vormonat.
Köln und Düsseldorf: Nachfrage bleibt auf hohem Niveau

In Düsseldorf liegen die Kaufpreise im Bestand aktuell bei durchschnittlich 4.992 Euro pro Quadratmeter, Neubauwohnungen erreichen 8.398 Euro pro Quadratmeter. Die Vermarktungsdauer beträgt 51 Tage im Bestand und 149 Tage im Neubau. Im April lag die Neubau-Angebotsdauer noch bei 103 Tagen. Im Mietsegment werden Bestandswohnungen durchschnittlich für 15,84 Euro pro Quadratmeter angeboten und sind nach rund 15 Tagen vermietet.
Köln zeigt ein ähnliches Bild. Bestandswohnungen liegen bei durchschnittlich 4.862 Euro pro Quadratmeter, Neubauwohnungen bei 6.814 Euro pro Quadratmeter. Besonders auffällig bleibt die hohe Dynamik im Mietmarkt: Bestandswohnungen mit durchschnittlich 16,50 Euro pro Quadratmeter werden bereits nach etwa 11 Tagen vermittelt. Damit verkürzt sich die Angebotsdauer gegenüber April nochmals leicht.
Die beiden Rheinmetropolen zeigen damit weiterhin eine vergleichsweise hohe Marktstabilität bei gleichzeitig sehr aktiven Mietmärkten.
Stuttgart und München: Rekordpreise treffen auf unterschiedliche Marktreaktionen

München bleibt die teuerste Metropole Deutschlands. Bestandswohnungen werden aktuell für durchschnittlich 8.644 Euro pro Quadratmeter angeboten, während Neubauwohnungen erstmals die Marke von 12.000 Euro pro Quadratmeter überschreiten und bei durchschnittlich 12.007 Euro pro Quadratmeter liegen. Im April lag der Wert noch bei 11.748 Euro pro Quadratmeter. Auch im Mietsegment bleibt München Spitzenreiter: Bestandswohnungen erreichen 24,57 Euro pro Quadratmeter, Neubauwohnungen 27,29 Euro pro Quadratmeter.
Gleichzeitig verkürzt sich die Vermarktungsdauer im Neubau deutlich von 159 Tagen im April auf 113 Tage im Mai. Das deutet darauf hin, dass die Nachfrage trotz des hohen Preisniveaus weiterhin vorhanden ist.
In Stuttgart liegt das Preisniveau im Bestand bei durchschnittlich 4.642 Euro pro Quadratmeter, während Neubauwohnungen etwa 8.220 Euro pro Quadratmeter erreichen. Besonders auffällig bleibt die Vermarktungsdauer im Neubau. Mit durchschnittlich 198 Tagen weist Stuttgart weiterhin einen der höchsten Werte aller betrachteten Städte auf. Im April lag dieser Wert noch bei 163 Tagen. Im Mietsegment bleibt die Nachfrage hingegen stabil.
Damit zeigen die beiden Städte zwei unterschiedliche Entwicklungen: Während München wieder an Dynamik gewinnt, verlängern sich die Vermarktungszeiten im Stuttgarter Neubausegment weiter.
Hamburg und Frankfurt: Ähnliche Preisniveaus, unterschiedliche Marktgeschwindigkeiten

In Hamburg bewegen sich die Kaufpreise im Bestand bei durchschnittlich 6.339 Euro pro Quadratmeter, Neubauwohnungen kosten rund 8.960 Euro pro Quadratmeter. Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung der Vermarktungsdauer: Während Neubauwohnungen im April noch durchschnittlich 165 Tage am Markt waren, liegt die Angebotsdauer im Mai nur noch bei 91 Tagen. Im Mietmarkt bleibt die Dynamik hoch: Bestandswohnungen werden bereits nach rund 12 Tagen vermittelt.
Frankfurt zeigt ein vergleichbares Preisniveau. Bestandswohnungen werden durchschnittlich für 6.292 Euro pro Quadratmeter angeboten, Neubauwohnungen für etwa 8.316 Euro pro Quadratmeter. Die Vermarktung dauert im Bestand rund 55 Tage und im Neubau 68 Tage. Damit bewegt sich Frankfurt weiterhin auf einem vergleichsweise stabilen Niveau. Mietwohnungen liegen aktuell bei durchschnittlich 19,08 Euro pro Quadratmeter im Bestand und gehören damit weiterhin zu den teuersten Mietmärkten Deutschlands.
Im Vergleich zu Berlin oder Stuttgart zeigen Hamburg und Frankfurt aktuell deutlich kürzere Vermarktungszeiten im Neubau. Die Nachfrage trifft hier weiterhin schneller auf das vorhandene Angebot.
Warum Angebotspreise ein wichtiger Frühindikator sind
Die dargestellten Werte basieren auf Angebotspreisen, nicht auf tatsächlichen Transaktionspreisen.
Angebotspreise spiegeln die aktuellen Erwartungen im Markt wider, reagieren schneller auf Veränderungen und liefern frühzeitig Hinweise auf Trends und Marktbewegungen.
Im Mai zeigt sich vor allem eine Entwicklung besonders deutlich: Die Unterschiede zwischen den einzelnen Metropolen nehmen weiter zu. Während sich die Vermarktungszeiten in Hamburg und München deutlich verkürzen, verlängern sie sich in Berlin, Leipzig, Düsseldorf und Stuttgart spürbar.
Die entscheidende Frage scheint aktuell weniger zu sein, ob Nachfrage vorhanden ist, sondern in welchen Märkten und Segmenten sie auf das bestehende Angebot trifft.
Gerade diese zunehmende regionale Differenzierung macht deutlich, warum pauschale Aussagen über „den Immobilienmarkt“ aktuell immer schwieriger werden.
Datenbasis und Methodik
Die Auswertung basiert auf den umfassenden GeoMap-Daten für die Top-8-Metropolen Deutschlands im Mai 2026:
- Objektart: Wohnungen (kein Gewerbe, keine Häuser)
- Ausschluss von möblierten Angeboten und Musterwohnungen
- Duplikatsbereinigung der Inserate
- Durchschnittswerte, bereinigt um statistische Ausreißer
GeoMap greift dabei auf über 38 Millionen von Angebotsdaten im DACH-Raum zurück und ermöglicht eine fundierte, datenbasierte Marktanalyse.



