Wo bis Ende 2028 die meisten neuen Wohnungen in Deutschland entstehen

Laut Statistischem Bundesamt wurden von Januar bis April 2026 bundesweit 83.700 Wohnungen genehmigt - ein Plus von 13,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Doch Baugenehmigungen allein zeigen noch nicht, wo tatsächlich neuer Wohnraum entstehen wird. Genau hier setzt die aktuelle GeoMap-Analyse an. Sie untersucht alle aktiven Wohnbauprojekte in Deutschland und wertet aus, wie viele Wohnungen nach aktuellem Projektstand bis Ende 2028 entstehen sollen. Die Ergebnisse zeigen eine klare Konzentration auf die großen Metropolregionen sowie wirtschaftsstarke Regionen in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Mit 43.520 geplanten Wohnungen führt Berlin die bundesweite Auswertung deutlich an, gefolgt von München (19.486 Wohnungen) und Hamburg (16.526 Wohnungen).
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Darstellung der geplanten Wohnungen bis Ende 2028 nach Kreisen und kreisfreien Städten (Quelle: GeoMap by Real Estate Pilot)

Baugenehmigungen ziehen wieder an

Die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen eine positive Entwicklung im Wohnungsbau. Von Januar bis April 2026 wurden bundesweit 83.700 Wohnungen genehmigt, das sind 13,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Besonders deutlich legten die Genehmigungen für Mehrfamilienhäuser (+14,7 Prozent) zu, aber auch Einfamilienhäuser (+11,7 Prozent) und Zweifamilienhäuser (+22,9 Prozent) verzeichneten Zuwächse. Damit setzt sich der Aufwärtstrend im Wohnungsbau nach mehreren schwachen Jahren fort.

Entwicklung der Baugenehmigungen für Wohnungen in Deutschland (Quelle: Statistisches Bundesamt)

Wohnungsbau konzentriert sich auf wenige Wachstumsachsen

Während die amtlichen Genehmigungszahlen die allgemeine Entwicklung des Wohnungsbaus beschreiben, zeigt die GeoMap-Auswertung erstmals, wo der geplante Wohnungsneubau räumlich konzentriert ist. Dafür wurden alle derzeit aktiven Wohnbauprojekte in Deutschland ausgewertet und die darin geplanten Wohneinheiten bis Ende 2028 den jeweiligen Kreisen und kreisfreien Städten zugeordnet.

Die Karte zeigt deutlich, dass sich der Wohnungsbau vor allem auf wirtschaftsstarke Regionen konzentriert. Neben den Metropolen stechen insbesondere Süddeutschland, der Rhein-Ruhr-Raum, das Rhein-Main-Gebiet sowie die Metropolregion Berlin-Brandenburg hervor. Dagegen weisen viele ländliche Regionen in Mittel- und Ostdeutschland eine deutlich geringere Bautätigkeit auf.

Entwicklung in den Metropolen

Mit großem Abstand führt Berlin die Auswertung an. In 416 aktiven Wohnbauprojekten sollen dort bis Ende 2028 insgesamt 43.520 Wohnungen entstehen. Damit liegt die Hauptstadt sowohl bei der Zahl der Projekte als auch bei den geplanten Wohneinheiten deutlich vor allen anderen deutschen Metropolen.

Auf den weiteren Plätzen folgen München mit 293 aktiven Wohnbauprojekten und 19.486 geplanten Wohnungen sowie Hamburg mit 288 Projekten und 16.526 Wohnungen. Beide Städte weisen ebenfalls eine hohe Projektaktivität auf und unterstreichen ihre Bedeutung als wichtigste Wohnungsbaumärkte Deutschlands.

Auffällig ist das enge Feld dahinter. Leipzig verzeichnet mit 161 aktiven Wohnbauprojekten die höchste Projektzahl der Verfolger und kommt auf 8.595 geplante Wohnungen. Düsseldorf folgt mit 132 Projekten und 8.611 Wohnungen, Köln mit 123 Projekten und 7.770 Wohnungen sowie Frankfurt am Main mit 92 Projekten und 7.903 Wohnungen. Während Leipzig und Düsseldorf deutlich mehr Projekte aufweisen, entstehen in Frankfurt im Durchschnitt größere Wohnbauvorhaben.

Stuttgart hebt sich von den übrigen Metropolen ab. Dort befinden sich aktuell 71 Wohnbauprojekte mit insgesamt 2.687 geplanten Wohnungen in der Entwicklung. Damit liegt die Landeshauptstadt Baden-Württembergs sowohl bei der Zahl der Projekte als auch bei den geplanten Wohneinheiten deutlich unter dem Niveau der übrigen sieben größten Städte.

Geplante Wohnungen mit Fertigstellung bis Ende 2028 in den Metropolen (Quelle: GeoMap by Real Estate Pilot)

Die stärksten Kreise und kreisfreien Städte außerhalb der Metropolen

Auch außerhalb der acht deutschen Metropolen gibt es zahlreiche Regionen mit einer hohen Wohnungsbauaktivität. Spitzenreiter ist Nürnberg mit 97 aktiven Wohnbauprojekten und insgesamt 7.977 Wohnungen mit Fertigstellung bis Ende 2028. Es folgen die Region Hannover mit 117 Projekten und 7.735 Wohnungen, Dresden mit 70 Projekten und 4.094 Wohnungen sowie Essen mit 66 Projekten und 4.029 Wohnungen.

Ebenfalls hohe Werte erreichen Pinneberg mit 55 Projekten und 3.366 Wohnungen, der Rhein-Kreis Neuss mit 59 Projekten und 3.279 Wohnungen, Münster mit 73 Projekten und 3.251 Wohnungen sowie Potsdam mit 33 Projekten und 3.226 Wohnungen. Dahinter folgen Darmstadt (48 Projekte, 3.045 Wohnungen), Dortmund (65 Projekte, 2.935 Wohnungen), Freiburg im Breisgau (52 Projekte, 2.892 Wohnungen) und Kiel (25 Projekte, 2.466 Wohnungen).

Auffällig ist zudem die hohe Bautätigkeit in zahlreichen Landkreisen im Umland der Metropolen. So entstehen im Rhein-Erft-Kreis in 49 Projekten 2.532 Wohnungen, im Rhein-Sieg-Kreis in 71 Projekten 2.462 Wohnungen, im Main-Taunus-Kreis in 38 Projekten 2.238 Wohnungen und im Main-Kinzig-Kreis in 35 Projekten 2.216 Wohnungen.

Zwischen einer Baugenehmigung und der Fertigstellung einer Wohnung liegen oft mehrere Jahre. Umso wichtiger ist der Blick auf die tatsächlich aktiven Projekte. Positiv ist, dass gerade in Regionen mit hoher Nachfrage – darunter Berlin, München, Hamburg, aber auch Leipzig und Dresden – in den kommenden Jahren zahlreiche neue Wohnungen entstehen sollen.

Marco Hoffmann, Vorstand und Gründer der Real Estate Pilot AG

Methodische Hinweise

Die Auswertung basiert auf den Daten der Online-Datenbank GeoMap der Real Estate Pilot AG. Insgesamt sind in GeoMap derzeit über 100.000 aktuelle und historische Bauprojekte erfasst. Die Daten werden kontinuierlich recherchiert, qualitätsgesichert und täglich aktualisiert. Ergänzend setzt GeoMap auf KI-gestützte Verfahren zur frühzeitigen Identifikation neuer Bauprojekte.

Berücksichtigt wurden ausschließlich Wohnbauprojekte (keine Baugebiete) in allen 400 deutschen Kreisen und kreisfreien Städten, die sich aktuell in einer aktiven Projektphase (Idee, Planung, Bau/Sanierung sowie vor oder im Vertrieb) befinden. Entscheidend ist dabei nicht nur die Zahl aller erfassten Projekte, sondern insbesondere die aktiven Vorhaben sowie die bis Ende 2028 geplanten Fertigstellungen.

Zusätzlich wurde untersucht, wie viele Wohneinheiten im Rahmen dieser aktiven Projekte entstehen sollen. Berücksichtigt wurden dabei nur Projekte, für die eine konkrete Angabe zur geplanten Zahl der Wohnungen vorlag. Die Ergebnisse wurden auf Ebene der Kreise und kreisfreien Städte zusammengefasst. Die farbliche Darstellung auf der Karte zeigt anhand einer abgestuften Legende, in welchen Regionen bis Ende 2028 besonders viele neue Wohnungen entstehen sollen. Je dunkler der Blauton, desto höher ist die Zahl der geplanten Wohneinheiten. Grau markierte Regionen weisen eine unzureichende Datengrundlage auf, da dort keine oder nicht genügend belastbare Angaben zur Zahl der entstehenden Wohnungen vorlagen.

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