Wer als Kind gern mit den bunten Steinen der Marke Lego gespielt hat, wird es sich gut vorstellen können: das sogenannte serielle Bauen ist eine Bauweise, bei der vorgefertigte, standardisierte Teile zusammengefügt werden. Die Bauunternehmen stellen die Gebäudeteile zunächst industriell her, bevor sie zur Baustelle transportiert und dort zu einem Gebäude „zusammengesteckt“ werden. Diese Bauweise wird insbesondere im Wohnungsbau für Fertighäuser, aber auch bei Bürogebäuden, Schulen und anderen Infrastrukturen eingesetzt.
Formen des seriellen Bauens
Gebäude, die aus fertigen Bauteilen entstehen, erfreuen sich großer Beliebtheit: Laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) war im Jahr 2022 fast jedes vierte neu errichtete Einfamilienhaus ein Fertighaus. Schon Bauhaus-Ikone Walter Gropius entwarf in den 1920er-Jahren Gebäude in Modulbauweise. Denkt man heute an serielles Bauen, denkt man an schlüsselfertige Fertighäuser, an die Mehrfamilienhäuser in Plattenbauweise der ehemaligen DDR oder Container, die ebenfalls aus vorgefertigten Modulen bestehen.
Der Unterschied vom Container zum seriellen Bauen ist allerdings, dass dabei aus massiven, schweren Bauteilen Gebäude entstehen, die dauerhaft stehen bleiben sollen. Auch unterscheiden sich die modernen Bauteile in Qualität und Aussehen wesentlich von denen der damaligen Plattenbauweise oder der Containerbauweise.
Vorteile des seriellen Bauens
Häuser, die in serieller Bauweise entstehen, sind, sofern sie von einem einzelnen Bauunternehmen hergestellt werden, grundsätzlich gleich aufgebaut. Das heißt, der Grundriss ist gleich, das Badezimmer hat immer die gleiche Ausstattung, sanitäre und elektrische Anschlüsse sind in jeder Etage an der identischen Stelle. Das hat den Vorteil, dass höchst effizient gebaut werden kann. Weitere Vorteile des seriellen Bauens sind unter anderem:
- Kürzere Bauzeiten durch die industrielle Vorfertigung
- Elemente können unabhängig von der Witterung erstellt werden
- Geringeres Risiko für Bauverzögerungen
- Kostenreduktion durch die Optimierung von Material- und Ressourceneinsatz
- Reduzierter Aufwand für Planung und Qualität
- Erhöhung der Qualität durch standardisierte Produktionsprozesse und regelmäßige Qualitätskontrollen
- Reduktion des Ressourcenverbrauchs durch Optimierung der Bauprozesse
- Optimale Bauweise für wachsende Städte, wo es einen erhöhten Bedarf an Wohnraum gibt
Kosten des seriellen Bauens
Die Kosten für serielles Bauen variieren je nach Projekt, liegen jedoch in der Regel unter denen traditioneller Bauweisen. Zu den Kostenfaktoren gehören die Herstellung der Module, der Transport zur Baustelle und die Montage vor Ort. Da die Planungs- und Bauzeiten kürzer sind und weniger Arbeitskräfte auf der Baustelle benötigt werden, können die Gesamtkosten gesenkt werden. Allerdings erfordert das serielle Bauen eine hohe Anfangsinvestition in die Planung und den Aufbau der Produktionsinfrastruktur. Sobald diese Investition getätigt ist, amortisieren sich die Kosten jedoch durch die Einsparungen im Bauprozess.
In diesem Text wird aus Gründen der besseren Lesbarkeit das generische Maskulinum verwendet. Weibliche und anderweitige Geschlechteridentitäten werden dabei ausdrücklich mitgemeint, soweit es für die Aussage erforderlich ist.
Rechtlicher Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Steuer- oder Rechtsberatung im Einzelfall dar. Bitte lassen Sie die Sachverhalte in Ihrem konkreten Einzelfall von einem Rechtsanwalt und/oder Steuerberater klären.



