Einspruch gegen den Grundsteuerbescheid: Frist und Gründe

Die Grund­steu­er be­trifft je­de Im­mo­bi­lie in Deutsch­land. Ei­gen­tü­mer von Grund­stü­cken, Ein­fa­mi­li­en­häu­sern oder Ei­gen­tums­woh­nun­gen er­hal­ten im Rah­men der Grund­steu­er­re­form neue Be­wer­tungs­be­schei­de vom Fi­nanz­amt. Die­se Be­schei­de le­gen fest, wel­cher Grund­steu­er­wert für ei­ne Im­mo­bi­lie an­ge­setzt wird und bil­den die Grund­la­ge für die spä­te­re Steu­er­hö­he.

Für Ei­gen­tü­mer kann sich ein ge­nau­er Blick auf den Be­scheid loh­nen. Feh­ler­haf­te An­ga­ben zum Grund­stück oder zur Be­wer­tung kön­nen da­zu füh­ren, dass die Grund­steu­er hö­her aus­fällt als er­for­der­lich. In sol­chen Fäl­len kann ein Ein­spruch gegen den Grund­steu­erbescheid sinn­voll sein.

Ge­gen wel­chen Grund­steu­er Be­scheid ein Ein­spruch mög­lich ist

Bei der Grund­steu­er exis­tie­ren meh­re­re Be­schei­de, die un­ter­schied­li­che Funk­tio­nen ha­ben. Das führt in der Pra­xis häu­fig zu Un­si­cher­hei­ten, wenn Ei­gen­tü­mer ei­nen Ein­spruch ein­le­gen möch­ten.

Grund­sätz­lich wer­den drei Be­schei­de un­ter­schie­den:

  • Grund­steu­er­wert­be­scheid
  • Grund­steu­er­mess­be­scheid
  • Grund­steu­er­be­scheid der Ge­mein­de

Der Grund­steu­er­wert­be­scheid legt den Wert des Grund­stücks fest. Dar­auf ba­siert der Grund­steu­er­mess­be­scheid, der den Mess­be­trag er­mit­telt. Erst an­schlie­ßend er­lässt die Ge­mein­de den Grund­steu­er­be­scheid mit der tat­säch­li­chen Zah­lungs­hö­he.

Nach In­for­ma­tio­nen des Bundesministeriums der Finanzen ent­steht die kon­kre­te Zah­lungs­pflicht erst mit dem Grund­steu­er­be­scheid der Ge­mein­de, wäh­rend die Be­wer­tung der Im­mo­bi­lie durch das Fi­nanz­amt er­folgt. Wenn Ei­gen­tü­mer ei­nen Grund­steu­er Be­scheid an­fech­ten, rich­tet sich der Ein­spruch in den meis­ten Fäl­len ge­gen den Grund­steu­er­wert­be­scheid oder den Grund­steu­er­mess­be­scheid des Fi­nanz­amts.

Ein­spruchs­frist bei der Grund­steu­er

Die Ein­spruchs­frist spielt ei­ne zen­tra­le Rol­le, wenn Ei­gen­tü­mer ei­nen Grund­steu­er Be­scheid Ein­spruch ein­le­gen möch­ten.

  • Die recht­li­che Grund­la­ge für ei­nen Ein­spruch ge­gen Steu­er­be­schei­de ist in §347 der Abgabenordnung geregelt. Dort ist fest­ge­legt, dass Steu­er­pflich­ti­ge ge­gen Ver­wal­tungs­ak­te der Fi­nanz­be­hör­den ei­nen Ein­spruch als au­ßer­ge­richt­li­chen Rechts­be­helf ein­le­gen kön­nen.
  • Die Ein­spruchs­frist ist in §356 AO fest­ge­legt. Dem­nach muss der Ein­spruch grund­sätz­lich in­ner­halb ei­nes Mo­nats nach Be­kannt­ga­be des Be­scheids ein­ge­reicht wer­den.
  • Als Be­kannt­ga­be gilt in der Re­gel der drit­te Tag nach dem Ver­sand durch das Fi­nanz­amt. Wird die Grund­steu­er Ein­spruchs­frist ver­säumt, wird der Be­scheid be­stands­kräf­tig und kann nur noch in Aus­nah­me­fäl­len ge­än­dert wer­den.

Zu­sam­men­hang mit der Im­mo­bi­li­en­be­wer­tung

Die Grund­steu­er ba­siert auf ei­ner ver­ein­fach­ten Be­wer­tung von Grund­stü­cken und Im­mo­bi­li­en. Da­bei grei­fen die Fi­nanz­äm­ter auf Da­ten wie Bo­den­richt­wer­te, Grund­stücks­flä­chen oder Ge­bäu­de­ty­pen zu­rück. Die­se Da­ten stam­men häu­fig aus Ka­tas­ter­in­for­ma­tio­nen, Bo­den­richt­wert­kar­ten oder sta­tis­ti­schen Be­wer­tungs­mo­del­len.

Häu­fi­ge Feh­ler im Grund­steu­er­be­scheid

Ein Ein­spruch ge­gen den Grund­steu­er­be­scheid kann sich ins­be­son­de­re dann loh­nen, wenn die Be­wer­tungs­grund­la­gen nicht kor­rekt sind.

Ty­pi­sche Feh­ler sind:

  • falscher Bo­den­richt­wert
  • falsche Grund­stücks­flä­che
  • falsche Nut­zungs­art des Grund­stücks
  • fehlerhafte Ge­bäu­de­da­ten

Da der Bo­den­richt­wert ei­nen gro­ßen Ein­fluss auf den Grund­steu­er­wert hat, kön­nen schon klei­ne Ab­wei­chun­gen zu deut­li­chen Un­ter­schie­den bei der Steuer führen.

Fazit

Ein Ein­spruch ge­gen die Grund­steu­er kann sinn­voll sein, wenn die Be­wer­tungs­grund­la­gen des Grund­stücks nicht kor­rekt sind oder der Be­scheid un­plau­si­bel er­scheint. Ent­schei­dend ist da­bei, den rich­ti­gen Be­scheid zu prü­fen und die Ein­spruchs­frist von ei­nem Mo­nat ein­zu­hal­ten. Schon klei­ne Feh­ler bei Bo­den­richt­wert, Grund­stücks­flä­che oder Nut­zungs­art kön­nen die Hö­he der Grund­steu­er lang­fris­tig be­ein­flus­sen.

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Rechtlicher Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Steuer- oder Rechtsberatung im Einzelfall dar. Bitte lassen Sie die Sachverhalte in Ihrem konkreten Einzelfall von einem Rechtsanwalt und/oder Steuerberater klären.

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Kerstin Hübner

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