
Die Abschaffung der nationalen Immobilien-Kapitalpuffer ist Teil der wohnungsbaupolitischen Maßnahmen der Bundesregierung. Im Rahmen der Ergebnisse des Koalitionsausschusses vom 2. Juli 2026 wurde unter Punkt 18 „Wohnungsbau“ angekündigt, die additiven nationalen Kapitalpuffer für Immobilien zum 1. Januar 2027 abzuschaffen. Ziel der Maßnahme ist es, Banken bei der Vergabe von Wohnimmobilienkrediten zu entlasten und damit Investitionen in den Wohnungsbau zu erleichtern.
In der Immobilienbranche wird dieser Schritt überwiegend positiv aufgenommen. Doch wie groß wird der tatsächliche Effekt sein? Marco Hoffmann, Gründer und Vorstand der Real Estate Pilot AG, begrüßt den Schritt grundsätzlich, mahnt jedoch zu einer differenzierten Betrachtung.
Was ändert sich durch den Wegfall der Kapitalpuffer?
Mit der Abschaffung der nationalen Immobilien-Kapitalpuffer müssen Banken für Wohnimmobilienkredite künftig weniger Eigenkapital vorhalten. Dadurch entsteht zusätzlicher Spielraum bei der Kreditvergabe. Für Bauherren, Projektentwickler und Investoren könnten Finanzierungen künftig leichter zugänglich werden.
Gleichzeitig gehen Marktbeobachter derzeit davon aus, dass sich die Auswirkungen auf die Finanzierungskosten in Grenzen halten werden. Die erwarteten Zinsvorteile bewegen sich nach aktuellen Einschätzungen lediglich im Bereich von etwa 0,05 bis 0,10 Prozentpunkten.
Finanzierung allein schafft keinen Wohnraum
Die Rahmenbedingungen für den Wohnungsbau bleiben weiterhin anspruchsvoll. Hohe Baukosten, langwierige Genehmigungsverfahren sowie regulatorische Unsicherheiten stellen viele Projekte nach wie vor vor große Herausforderungen.
Hinzu kommt, dass die Abschaffung der nationalen Kapitalpuffer zwar beschlossen wurde, regulatorisch jedoch noch nicht alle Fragen abschließend geklärt sind. Auch zukünftige europäische Vorgaben können Einfluss auf die Kreditvergabe nehmen.
Nach Einschätzung von Marco Hoffmann braucht die Branche deshalb vor allem langfristige Verlässlichkeit.
Planungssicherheit als entscheidender Faktor
Wie wichtig verlässliche Rahmenbedingungen für den Wohnungsbau sind, zeigt auch der Start der neuen Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Mit den von der KfW zum 21. Juli 2026 eingeführten neuen Förderkonditionen gelten aktualisierte Rahmenbedingungen für zahlreiche Bau- und Sanierungsvorhaben. Solche kurzfristigen Anpassungen erschweren die Kalkulation laufender Projekte und können Investitionsentscheidungen beeinflussen.
Aus Sicht von Marco Hoffmann braucht es deshalb ein Maßnahmenpaket, das über die Finanzierung hinausgeht.
Über Marco Hoffmann und die Real Estate Pilot AG

Marco Hoffmann ist Gründer und Vorstand der Real Estate Pilot AG, einem führenden Anbieter digitaler Software- und Datenlösungen für die Immobilienbranche. Seit über 25 Jahren ist er in der Immobilienwirtschaft tätig, zunächst als Makler und Immobilienvermittler, später auch als Bauträger und Projektentwickler. Durch diese langjährige Praxiserfahrung kennt er die Herausforderungen der Branche aus erster Hand. Mit der Gründung der PropTech-Unternehmen TeamProQ (2013) und GeoMap (2015) legte Marco Hoffmann den Grundstein für die heutige Real Estate Pilot AG. Seit der Zusammenführung der Unternehmen im Jahr 2020 treibt er als Vorstand die Entwicklung innovativer Softwarelösungen für die Immobilienwirtschaft voran.



